Weltgesundheitsorganisation und Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung wollen intensiver zusammenarbeiten

Aufnahme der DGUV-Forschungsinstitute als WHO Collaborating Centres geprüft

26.05.2009

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Schlechte Arbeitsbedingungen verursachen europaweit jährlich insgesamt 300.000 arbeitsbedingte Todesfälle (© Sergii Figurnyi, Fotolia)

Das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten am Montag Dr. Rokho Kim vom WHO European Centre for Environment and Health in Bonn und der stv. DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Eichendorf in Sankt Augustin bei Bonn. Mit der Vereinbarung verbunden ist ein Verfahren, an dessen Ende die DGUV mit ihren drei Forschungsinstituten - dem Institut für Arbeitsschutz BGIA in Sankt Augustin, dem Institut Arbeit und Gesundheit BGAG in Dresden und dem Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin BGFA in Bochum - Collaborating Center der WHO werden kann. Nach Abschluss des Aufnahmeverfahrens der WHO würde die DGUV Teil des internationalen Netzwerks der Gesundheitsorganisation der Vereinten Nationen.

Schlechte Arbeitsbedingungen verursachen jährlich insgesamt 300.000 arbeitsbedingte Todesfälle und wirtschaftliche Schäden in Höhe von 4 Prozent des Bruttosozialprodukts in Europa. In Deutschland zählen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen mehr als eine Million Arbeitsunfälle im Jahr sowie mehrere hundert tödliche Arbeitsunfälle. Mehr als 2.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen einer Berufskrankheit.

"Der Schutz und die Förderung der Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung stehen auf der Agenda der WHO sehr weit oben", sagt Dr. Michal Krzyzanowski, Leiter des WHO European Centre for Environment and Health. "Seit Bismarck die Unfallversicherung 1881 eingeführt hat, hat Deutschland im Unfallversicherungssystem eine der besten Forschungs- und Dienstleistungsressourcen in der Prävention."

"Die Aufnahme in das Netzwerk der WHO wäre eine große Anerkennung für das Engagement von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit", sagte Dr. Eichendorf. "Die Einbindung unserer Forschungsinstitute in die internationale Arbeit der WHO würde uns zudem neue Möglichkeiten im wissenschaftlichen Austausch eröffnen. Davon profitieren mittelbar auch die Arbeitgeber und Versicherten in Deutschland."

Die Collaborating Center spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung des WHO-Programms zur Gesundheit am Arbeitsplatz 2008-2017. Ziel des Programms ist, die Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit weltweit durch Forschung, gesetzliche Maßnahmen und leichteren Zugang zu arbeitsmedizinischer Betreuung zu verbessern. Den Collaborating Centers kommt hierbei die Aufgabe zu, Gesundheitstrends , auch bei der Arbeit, zu beobachten, Informationen zu sammeln und zu verbreiten sowie geeignete Präventions- und Interventionsmaßnahmen bei Gesundheitsproblemen und Erkrankungen zu fördern wie dies z.B. aktuell bei der Schweinegrippe der Fall ist.

Hintergrund Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ist der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Ihre Mitglieder versichern über 70 Millionen Menschen gegen die Folgen von Arbeits-, Wege- und Schulunfällen sowie Berufskrankheiten.

Hintergrund Weltgesundheitsorganisation
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die führende und koordinierende internationale Organisation für Gesundheit innerhalb der Vereinten Nationen. Die WHO ist verantwortlich für das Management globaler Gesundheitsthemen, Koordination der Gesundheitsforschung, Entwicklung von Regelungen und Standards, Formulierung evidenzbasierter Politikansätze, technische und logistische Unterstützung von Ländern in Gesundheitsfragen sowie die Untersuchung und Überwachung von Entwicklungen in Gesundheitsfragen.

Das WHO European Centre for Environment and Health (ECEH) in Bonn sammelt und bewertet wissenschaftliche Informationen in sechs Bereichen: Luftqualität, Chemikaliensicherheit, Umwelt- und Gesundheitsinformationssysteme, Wohnungswesen, Lärm und Berufskrankheiten. In Zusammenarbeit mit Fachleuten aus aller Welt empfiehlt es Maßnahmen zur Risikobekämpfung und entwickelt internationale Richtlinien als Grundlage für Entscheidungen. Dank der Unterstützung der Bundesregierung konnte das ECEH 2001 seine Arbeit in Bonn aufnehmen. 

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