48 Mio. Euro Förderung für PURE-Forschungsneubau

27.06.2014

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Bauzeichnung (© Carpus+Partner)

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) erhält einen Forschungsneubau für molekulare Protein-Diagnostik (ProDi). Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz bewilligte das Gebäude „ProDi“, nachdem der Wissenschaftsrat das Vorhaben „von überragender Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Deutschland“ zur gemeinsamen Bund-Länder-Förderung empfohlen hatte. Rund 48 Millionen Euro fließen nach Bochum, um den Forschungsverbund PURE (Protein Research Unit Ruhr within Europe) zu stärken.

Der 2010 mit Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen unter maßgeblicher Beteiligung des IPA gegründete Europäische Proteinforschungsverbund PURE (Protein Research Unit Ruhr within Europe) (Sprecher Professor Klaus Gerwert) hat das Ziel, neue markerfreie biophotonische Methoden und Biomarker für die Früherkennung von Erkrankungen wie Krebs, Parkinson und Alzheimer zu entwickeln. In PURE bündeln international renommierte Forscher der RUB ihre Forschungsaktivitäten mit den umliegenden Kliniken der Universitätsallianz.

Unter dem Dach von PURE bilden fünf Forschungsschwerpunkte die tragenden Säulen. Hierzu gehören: Biophotonik (Leitung: Prof. K. Gerwert), Krebsprävention (Leitung: Prof. T. Brüning), neuropsychiatrische Erkrankungen (Leitung: Prof. J. Wiltfang), Medizinisches Proteom-Center (Leitung: Prof. K. Marcus/Prof. B. Sitek) und die Klinische Onkologie (Leitung: Prof. W. Schmiegel/Prof. A. Tannapfel). einen einzigartigen, interdisziplinären und integrativen Ansatz, der Grundlagenforschung, angewandte Forschung und klinische Anwendung zusammenführt.

Die vom IPA getragene Säule Krebsprävention unter der Leitung von Prof. Thomas Brüning untersucht dabei mit einem humanbasierten Ansatz die Signalwege und Mechanismen der Entstehung von Blasen- und Lungenkrebs, um hieraus erfolgreiche Konzepte zur Früherkennung mittels Biomarkern abzuleiten. PURE unterstützt damit die Arbeit der DGUV bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Sekundärprävention von Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren.

Die Säule Krebsprävention gliedert sich in die beiden Teilbereiche des Wissenschaftlich-Epidemiologischen Studienzentrums (WESZ) (Leitung: Prof. Thomas Behrens) und der molekularen Tumorbiologie (Leitung: Dr. Heiko Käfferlein). Das WESZ schafft dabei wesentliche Grundlagen für die PURE-Plattformtechnologien. Hierzu gehören eine, den gesetzlich vorgeschriebenen ethischen Standards folgende Studiendurchführung, die datenschutzrechtlich gesicherte Erfassung der Studieninformationen, die qualitätsgesicherte Sammlung von Bioproben und die Verwaltung und Bereitstellung der Infrastruktur für eine Bioprobenbank als Basis für die translationale Forschung auf dem Gebiet der Biomarker-gestützten Früherkennung von Blasen- und Lungentumoren. Darüber hinaus führt das WESZ einen epidemiologischen und klinischen Follow-up der Krebspatienten durch, um den prognostischen Wert der identifizierten Marker überprüfen zu können. Der Bereich Molekulare Tumorbiologie charakterisiert die Proben mittels proteinchemischer, mikroskopischer und genetischer Verfahren und schlägt damit eine Brücke zwischen Geno- und Phänotyp.

Ende Juni bewilligte die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz das Gebäude „ProDi“, nachdem der Wissenschaftsrat das Vorhaben zur gemeinsamen Bund-Länder-Förderung mit einem Gutachten empfohlen hatte. Der Wissenschaftsrat führte in seinem Gutachten unter anderem aus, dass die Zielsetzung des Vorhabens, die Entwicklung von Protein-basierten Markern für eine präzisere Diagnostik von onkologischen und neurodegenerativen Erkrankungen, von herausragender Bedeutung für die biomedizinische Forschung und Medizin in Deutschland sei. Weiter bemerkte der Wissenschaftsrat, dass die Forschungsprogrammatik sich durch einen breiten Ansatz auszeichnet, der unterschiedliche Analysemethoden, proteomische und biophotonische Verfahren, in kohärenter Weise integriert. Als Besonderheit im nationalen Vergleich bewertet er auch die Kombination von innovativen Plattformtechnologien der Proteomforschung mit klinisch-anwendungsorientierter Forschung.

Damit grenzt sich ProDi deutlich von anderen Verbundprojekten der Krebsforschung ab, die entweder über keine vergleichbare Expertise in der Proteinanalytik und Biomarkerforschung verfügen oder primär grundlagenorientiert sind, so der Wissenschaftsrat. ProDi wird am Eingang des neuen Bochumer Gesundheitscampus entstehen. Es schlägt die Brücke zwischen der Ruhr-Universität, den Bochumer Universitätskliniken und Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft. Mit einer Gesamtnutzfläche von rund 4300 Quadratmetern bietet das Gebäude exzellente Forschungsbedingungen für rund 150 Wissenschaftler und Kliniker, die bislang noch über verschiedene Standorte in und um Bochum verteilt sind. „ProDi wird damit Teil einer wachsenden Infrastruktur an Forschungsbauten, die höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird“, sagt Ministerin Svenja Schulze. „Besonders wichtig ist der Neubau für die Zusammenführung von grundlagenorientierter und anwendungsorientierter Forschung. Denn Innovationen sind für uns nur dann ein Fortschritt, wenn sie das Leben der Menschen verbessern.“

Autoren:

Prof. Dr. Thomas Brüning, IPA
Prof. Dr. Klaus Gerwert, Lehrstuhl für Biophysik der RUB

Pressekontakt

Dr. Julia Weiler
Pressestelle RUB

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