SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und psychische Belastung

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und psychische Belastung

Laufzeit: 07/2020 - 06/2022

Deskriptoren: Arbeitssicherheit, psychische Beanspruchung

Ziel
Untersuchung der Auswirkung der SARS-CoV-2-Pandemie in den Branchen Einzelhandel, Industrie, Finanzwesen, Öffentlicher Personennahverkehr und Öffentlicher Dienst. Auf Basis dieser Studie könnten Strategien abgeleitet werden, um das Vorgehen der Unfallversicherungsträger in zukünftigen Pandemien zu verbessern und die Belastung der Beschäftigten in einer solchen Extremsituation zu verringern.

Ausgangssituation:
Die erste SARS-CoV-2-Infektionswelle traf Deutschland im Frühjahr 2020 und stellte Beschäftigte und Unternehmen vor neue Herausforderungen. Im April 2020 formulierte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit Unterstützung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard. Gemeinsam mit den branchenspezifischen Ergänzungen half dieser, den Infektionsschutz in Unternehmen zu regeln und Beschäftigte in den Betrieben wirksam vor dem Coronavirus zu schützen. Erwartungsgemäß ist das Infektionsrisiko branchenabhängig variabel. Neben dem Gesundheitssektor ist ausländischen Untersuchungen zu Folge auch bei Beschäftigten anderer Branchen mit direktem Kundenkontakt die Wahrscheinlichkeit für einen positiven SARS-CoV-2-Test erhöht. Zusätzlich zu der Sorge vor einer SARS-CoV-2-Infektion können sich die Neugestaltung des Arbeitsalltags aufgrund der eingeleiteten Präventionsmaßnahmen, Kurzarbeit oder die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes als Belastung der Beschäftigten aller Branchen erweisen.

Durchführung:
Die Studie gliedert sich in zwei Module.

Modul I: Online-Befragung von Fachkräften für Arbeitssicherheit (Sifa) in den jeweiligen Betrieben zur realen Umsetzung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards, die durchgeführten Präventionsmaßnahmen und die möglichen langfristigen Konsequenzen der Pandemie auf Pandemiepläne und Präventionsmaßnahmen in den Betrieben.

Modul II: Online-Befragung von Beschäftigten aus den genannten Branchen zur Auswirkung der Pandemie auf ihre psychische Belastung während des Lockdowns im Frühjahr 2020 und in der aktuellen Situation bis heute. Dieses Modul umfasst unter anderem Fragen zur Gesundheit, zum Beruf, zu SARS-CoV-2-bedingten Präventionsmaßnahmen im Betrieb, zu psychischer Beanspruchung sowie zu arbeitsbedingtem Stress. Hierzu werden sowohl validierte Instrumente als auch eine kürzlich vorgestellte COVID Stress Skala genutzt, um die Angst vor COVID-19-Gefahren und Kontamination zu erfassen. Am Ende besteht die Möglichkeit für die Beschäftigten, einer weiteren Befragung zu einem späteren Zeitpunkt zuzustimmen. Auf diese Weise können Langzeitauswirkungen der Pandemie auf die psychische Belastung untersucht werden.

Aktueller Stand und Ausblick:
Die Studie startete am 07.12.2020 und erfolgt mittels des Online-Tools Evasys. Die Online-Umfragen sind bis mindestens Ende März 2021 freigeschaltet und werden gegebenenfalls bis Mitte 2021 verlängert.

Kooperationspartner:

  • Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW)
  • Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)
  • Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)
  • Unfallkasse Hessen
  • Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG)

Weiterführende Informationen im IPA aktuell 01/2021