Allergierisiko in Tierarztpraxen? (AllergoMed)

Wissenschaftliche Studie zur Allergiehäufigkeit und Allergenexposition unter Tiermedizinischen Fachangestellten

Untersuchung in einer Tierarztpraxis
Bild: foto ARts, Fotolia

Anlass und Ziel

Allergische Erkrankungen betreffen in Deutschland ungefähr 20-30 Millionen Menschen. Jeder Zweite ist bereits sensibilisiert. Allergie wird daher als „Volkskrankheit“ bezeichnet.

Der berufliche Umgang mit felltragenden Tieren, insbesondere Katzen, Hunde, Rinder, Pferde Mäuse und Ratten, aber auch mit Meerschweinchen, Hamster und Kaninchen kann zu allergischen Reaktionen führen. Daher sollen im Rahmen dieses gemeinsamen Forschungsprojektes vom Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV, Institut der Ruhr-Universität (IPA) in Bochum in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) folgende Fragen beantwortet werden:

  1. Wie häufig sind Sensibilisierungen gegen umwelt- und arbeitsplatzrelevante Allergene und allergische Beschwerden bei aktuell tätigen Beschäftigten in veterinärmedizinischen Praxen, insbesondere bei tiermedizinischen Fachangestellten (TFA)?
  2. Wie hoch ist die aktuelle Allergenexposition an den Arbeitsplätzen in teilnehmenden Tierarztpraxen und bei bestimmten Arbeitsabläufen und Tätigkeiten?
  3. Können Verschleppungen berufsrelevanter Allergene in den Privatbereich nachgewiesen werden?

Die weiteren Auswertungen erfolgen in anonymisierter Form. Datenschutzkonzept mit einem Treuhänder und auch ein positives Votum der Ethik-Kommission der Ruhr-Universität Bochum liegen vor.

Den teilnehmenden Praxen entstehen selbstverständlich keine Kosten. Die Studienteilnehmer erhalten als Aufwandsentschädigung 100 €. Für die Allergenexpositionserhebung werden in allen Tierarztpraxen, in denen TFAs beschäftigt sind, die an der Studie teilnehmen, Staubproben mithilfe der geräuschlosen und einfach zu handhabenden Passivsammler gesammelt und hinsichtlich der typischen Allergene untersucht.

Zu einem späteren Zeitpunkt ist mit Hilfe eines anonymisierten Online-Fragebogen, der sich an alle bundesweit tätigen TFAs richtet, geplant, die Allergiehäufigkeit, Haut- und Atemwegsbeschwerden sowie der weitere gesundheitliche Status von aktuell in tierärztlichen Praxen tätigen TFAs zu erfassen. Genaueres über diese Online-Studie erfahren Sie zu einem späteren Zeitpunkt.

Die erhobenen Daten sollen nicht nur den Wissensstand zur Sensibilisierungs- und Allergiehäufigkeit sowie zur Allergenexposition von TFA erhöhen, sondern sie können auch die Basis für geeignete Präventionsmaßnahmen hinsichtlich Haut- und Atemwegsgesundheit sein.

Der Verband der medizinischen Fachberufe, Referat Tiermedizinische Fachangestellte unterstützt ausdrücklich diese wissenschaftliche Studie und würde es begrüßen, wenn Sie den Inhaber Ihrer Praxis informieren und sich zur Teilnahme an der Studie bereit erklären.